Elektrorollstühle
Wann ein Elektrorollstuhl die richtige Wahl ist
Ein Zusatzantrieb hilft dort, wo Sie noch selbst schieben, aber nicht mehr weit genug. Ein Elektrorollstuhl ist richtig, wenn der Antrieb aus eigener Kraft nicht mehr die Grundlage ist — sei es dauerhaft oder weil die Belastung der Schultern nicht länger vertretbar ist. Er ist kein Rückschritt gegenüber dem manuellen Stuhl, sondern eine andere Antwort auf dieselbe Frage: Wie weit kommen Sie an einem Tag?
Antriebsart und was daraus folgt
Frontantrieb zieht über Hindernisse und ist im Gelände sicher, dreht aber weiter aus. Heckantrieb läuft geradeaus am besten und fühlt sich am ehesten wie ein Fahrzeug an. Mittelradantrieb dreht praktisch auf der Stelle und ist die enge-Wohnung-Antwort, braucht dafür sechs Räder und eine gute Federung. Die Antriebsart entscheidet mehr über den Alltag als jede Leistungsangabe.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Wo wird gefahren — drinnen, draußen oder beides? Daran hängen Wendekreis, Bodenfreiheit und Radgröße. Wie lange wird am Stück gesessen? Daran hängen Sitzsystem, Kantelung und Rückenverstellung. Und wie kommt der Stuhl ins Fahrzeug? Ein Elektrorollstuhl wird nicht gefaltet und in den Kofferraum gehoben; hier braucht es entweder eine Rampe, einen Lift oder ein zweites, leichteres Gerät.
Ein Hinweis aus der Praxis
Die Sitzeinheit ist wichtiger als das Fahrwerk. Ein guter Stuhl mit schlechtem Sitz wird nach drei Monaten unerträglich, ein einfacher Stuhl mit passendem Sitz trägt jahrelang. Planen Sie das Sitzsystem von Anfang an mit ein, nicht als Nachrüstung.