Zusatzantriebe
Was ein Zusatzantrieb tatsächlich ändert
Der Rollstuhl bleibt Ihr Rollstuhl: gleiche Sitzposition, gleiche Maße, gleiches Fahrgefühl im Stand. Was sich ändert, ist die Reichweite eines Tages. Wege, bei denen Sie bisher gerechnet haben, ob die Kraft für den Rückweg reicht, werden zu Wegen, über die Sie nicht mehr nachdenken. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Hilfsmittel und einem Fahrzeug.
Anklemmen oder Räder tauschen
Es gibt zwei Bauarten. Bei der einen ersetzen motorisierte Antriebsräder die vorhandenen Räder — Sie greifen weiter in den Greifreifen, der Motor legt dazu. Bei der anderen wird eine Antriebseinheit hinten an den Stuhl geklemmt und über einen Bedienhebel gesteuert. Die erste Bauart erhält Ihre gewohnte Fahrweise, die zweite ist leichter und schneller abgenommen. Welche passt, hängt davon ab, ob Sie selbst schieben können oder wollen.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Zuerst die Freigabe: Nicht jeder Antrieb passt an jeden Rahmen. Hersteller, Modell und Baujahr Ihres Rollstuhls sind die Angaben, an denen sich das entscheidet. Dann das Gewicht — die Räder müssen abgenommen und ins Auto gehoben werden, und ein Antriebsrad wiegt ein Vielfaches eines normalen Rads. Dann die Reichweite, aber ehrlich gerechnet: Der Wert gilt auf ebener Strecke, nicht am Berg und nicht mit Gegenwind.
Ein Hinweis aus der Praxis
Rechnen Sie Ihre längste regelmäßige Strecke mal zwei und legen Sie ein Drittel drauf. Wer die Reichweite knapp kalkuliert, lädt den Akku täglich voll und tief — und das kostet mehr Lebensdauer als gelegentliches Nachladen zwischendurch.