Lagerung & Dekubitus
Wie ein Dekubitus entsteht
Nicht durch Härte allein, sondern durch Dauer. Liegt Gewicht lange auf derselben Stelle, wird das Gewebe nicht mehr durchblutet — nach wenigen Stunden beginnt es zu sterben, und zwar von innen nach außen. Deshalb ist eine sichtbare Rötung schon ein spätes Zeichen. Gefährdet sind vor allem Kreuzbein, Fersen, Hüften und Schulterblätter, also die Stellen, an denen Knochen nah unter der Haut liegt.
Die drei Ansätze
Umlagern verteilt den Druck über die Zeit — das wirksamste Mittel und das aufwendigste. Weichlagerung vergrößert die Auflagefläche, damit der Druck pro Fläche sinkt: Matratzenauflagen, Kissen, Keile. Wechseldruck arbeitet mit Kammern, die sich abwechselnd füllen und entleeren, sodass jede Stelle regelmäßig entlastet wird. Welcher Ansatz nötig ist, hängt davon ab, wie viel jemand sich selbst bewegen kann.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Das Risikoprofil zuerst: Wie lange wird gelegen, wie viel Eigenbewegung ist möglich, gibt es bereits Hautveränderungen? Danach richtet sich alles Weitere. Dann die praktischen Fragen: Passt die Auflage auf das vorhandene Bett, ist der Bezug waschbar und inkontinenzgeeignet, und wie laut ist die Pumpe bei Wechseldrucksystemen — sie steht neben dem Bett und läuft nachts.
Ein Hinweis aus der Praxis
Fersen entlasten Sie am besten durch Freilagern, nicht durch Weichlagerung. Ein Kissen unter den Unterschenkeln, sodass die Fersen frei in der Luft hängen, wirkt besser als jede Auflage — und kostet nichts.