Aktivrollstühle
Warum Maße hier alles sind
Bei kaum einem anderen Gerät wirkt sich ein Zentimeter so unmittelbar aus. Ein zu breiter Sitz kostet bei jedem Schub Kraft, weil die Arme weiter ausholen müssen. Ein falsch gesetzter Schwerpunkt macht den Stuhl entweder kippelig oder schwer zu wenden. Und eine Rückenhöhe, die zwei Zentimeter zu hoch sitzt, blockiert genau die Schulterbewegung, aus der der Antrieb kommt.
Starrrahmen oder Faltrahmen
Ein Starrrahmen ist steifer: Weniger Kraft geht im Rahmen verloren, mehr kommt am Rad an. Er lässt sich zerlegen, aber nicht falten — für den Kofferraum werden Räder abgenommen und die Rückenlehne umgelegt. Ein Faltrahmen ist im Auto und in engen Fluren praktischer, gibt aber beim Schub etwas nach. Die Entscheidung hängt weniger vom Fahrstil ab als davon, wie oft der Stuhl täglich ins Auto muss.
Worauf es bei der Konfiguration ankommt
Sitzbreite messen Sie im Sitzen an der breitesten Stelle von Hüfte oder Oberschenkeln, plus etwa zwei Zentimeter Spiel. Die Sitztiefe endet zwei bis drei Fingerbreit vor der Kniekehle. Beim Radsturz gilt: mehr Sturz bedeutet mehr Seitenstabilität und einen bequemeren Greifwinkel, aber auch mehr Breite in der Tür. Die Rückenhöhe richtet sich nach Ihrer Rumpfkontrolle, nicht nach der Optik.
Ein Hinweis aus der Praxis
Wenn Sie schon einen Stuhl fahren, ist er die beste Vorlage. Notieren Sie, was Sie an ihm ändern würden — zu breit, zu schwer, zu wenig wendig, Rücken zu hoch. Diese Liste ist beim Konfigurieren mehr wert als jede Maßtabelle, weil sie beschreibt, was im Alltag tatsächlich stört.