Standard- & Pflegerollstühle
Wofür diese Stühle gemacht sind
Anders als ein Aktivrollstuhl ist ein Standardrollstuhl nicht auf minimalen Kraftaufwand beim Selbstfahren optimiert, sondern auf Anpassbarkeit und geteilte Nutzung. Er wird geschoben oder selbst gefahren, er wechselt zwischen Wohnung, Fahrzeug und Einrichtung, und er muss von wechselnden Personen bedient werden können. Das erklärt, warum er schwerer ist und mehr Verstellmöglichkeiten hat.
Die Teile, an denen sich der Alltag entscheidet
Abnehmbare oder abschwenkbare Seitenteile machen den seitlichen Transfer ins Bett möglich, ohne über eine Kante zu heben. Abschwenkbare Beinstützen geben den Weg frei, wenn jemand aufsteht. Trommelbremsen an den Schiebegriffen erlauben der Begleitperson, im Gefälle kontrolliert zu bremsen — das ist bei Pflegerollstühlen oft wichtiger als die Feststellbremse. Und eine Sitzkantelung entlastet dort, wo jemand viele Stunden am Tag sitzt.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Sitzbreite und Sitztiefe wie beim Aktivrollstuhl, dazu die Frage nach dem Gewicht: Muss der Stuhl täglich in einen Kofferraum gehoben werden, zählt jedes Kilo. Wird er dauerhaft in einer Wohnung gefahren, zählt eher die Durchfahrtsbreite. Die Sitzhöhe bestimmt, ob ein Transfer auf Bett- oder Toilettenhöhe ohne Höhenunterschied gelingt.
Ein Hinweis aus der Praxis
Messen Sie die engste Tür in der Wohnung, bevor Sie die Sitzbreite festlegen. Die Gesamtbreite eines Rollstuhls liegt je nach Radsturz und Greifreifen deutlich über der Sitzbreite — an dieser Stelle scheitern mehr Stühle als an der Zuladung.